Auch in der Immobilienbranche hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Eine neue Studie von Software Advice, der Online-Plattform für die Auswahl von Unternehmenssoftware, beleuchtet die Verbreitung und Nutzung technologischer Hilfsmittel in der Immobilienbranche, auch bekannt als Proptech. In vielen Bereichen gibt es dabei noch Hindernisse.

Digitale Unterschrift im Miet- oder Kaufprozess

Infolge der Digitalisierung werden immer mehr Dokumente online verwaltet und digital unterschrieben. Im Prozess des Immobilienkaufs oder der Miete haben bislang aber lediglich 30% der Verbraucher Dokumente digital unterschrieben. Wohingegen 57% angaben, keine Dokumente digital unterzeichnet zu haben, weil die Möglichkeit nicht gegeben war. Nur 12% leisteten keine digitale Unterschrift, weil sie es nicht wollten.

Grundsätzlich unterzeichnet mit einem Anteil von 66% die Mehrheit auf Papier. Das hängt aber nicht damit zusammen, dass der digitalen Unterschrift ein geringerer Wert zugeschrieben wird: Für sechs von 1

zehn Befragten ist eine digitale Unterschrift der auf Papier gleichrangig. Vielmehr regiert offenbar die Furcht um persönliche Daten. So plagen 53% leichte Bedenken bezüglich der Sicherheit ihrer persönlichen Daten, wenn sie etwas digital unterzeichnen. 12% treiben sogar große Bedenken um.

Live-Chats : Wenig genutzt, aber als hilfreich angesehen

Bereits in vielen Branchen kommen Live-Chats für den Erstkontakt zum Einsatz und unterstützen Unternehmen beim Kundenservice. Der Umfrage zufolge scheint dieser Weg der Kommunikation in der Immobilienbranche hierzulande aber noch nicht weit verbreitet zu sein oder von Verbrauchern nicht stark genutzt zu werden. So hat nur ein Drittel der Immobiliensuchenden Live-Chats beim Kauf- oder Mietprozess verwendet. Davon gab ein Fünftel an, mit einem Menschen gechattet zu haben. Lediglich 3% haben mit einem Chatbot kommuniziert. Der Rest hat eine Mischform genutzt oder war sich nicht sicher. Diejenigen, die einen Live-Chat in Anspruch genommen haben, haben offenbar fast alle eine positive Erfahrung gemacht. Demnach empfanden 97% den Live-Chat als hilfreich.

Die Bedeutung von Smartphones und Apps für die Immobiliensuche

Dagegen ist die Verbreitung von mobilen Apps bereits weiter vorangeschritten, denn 60% der Befragten geben an, Apps für ihre Immobiliensuche verwendet zu haben. Die größten Pluspunkte sehen Nutzer in der Benutzerfreundlichkeit auf dem Smartphone (65%), der leichtere Nutzung im Vergleich zur Webseite (56%) und den Empfang von Push-Nachrichten zu neuen Immobilien oder Preissenkungen (45%).

„Die starke Nutzung von mobilen Apps im Allgemeinen und der Wert, der auf Push-Nachrichten gelegt wird, lässt darauf schließen, dass Verbraucher einerseits Technologien schätzen, die ihnen während der Immobiliensuche ein Höchstmaß an Flexibilität ermöglichen, und andererseits über neue Entwicklungen im Kauf- oder Mietprozess ständig auf dem Laufenden gehalten werden wollen – am besten in Echtzeit”, erläutert Rosalia Pavlakoudis, Content Analystin für Software Advice.

3D-Karten und virtuelle Touren: Mangelndes Angebot

Mithilfe von 3D-Karten lassen sich Objekte dreidimensional darstellen, was eine realistische Ansicht des Standorts ermöglicht. Bislang haben 20% der Verbraucher diese Technologie für ihre Immobiliensuche genutzt. Mit einem Anteil von 69% bekundeten zwei Drittel Interesse, 3D-Karten auszuprobieren.

Ähnliche Ergebnisse ermittelt die Studie für virtuelle Besichtigungen. Lediglich 27% haben bereits eine virtuelle Tour gemacht. Mit knapp 51% sagt jeder Zweite, die Möglichkeit einer virtuellen Besichtigung nicht genutzt zu haben, weil sie im Prozess der Immobiliensuche nicht zur Verfügung stand. (tk)

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Source: ImmoCompact