Digitale Ökosysteme gewinnen in der Versicherungs- und Finanzwirtschaft an Bedeutung. Solche Ökosysteme organisieren durch Zusammenarbeit zwischen Unternehmen wie Versicherern oder Banken und weiteren Dienstleistern den Austausch von Informationen, Produkten und Dienstleistungen konsequent entlang der Kundenperspektive. Gerade sich verändernde Kundenbedürfnisse wie der zunehmende Wunsch nach ganzheitlichen und integrierten Produktlösungen machen solche Veränderungen notwendig. Mit der digitalen Plattform eines Ökosystems steht dem Kunden dann nämlich eine zentrale Anlaufstelle zur Verfügung, die sich um sämtliche Anliegen kümmert. Mit Smart Home, Gesundheit und Mobilität haben sich in der Versicherungswirtschaft bereits erste digitale Ökosysteme herausgebildet.

Digitales Ökosystem für Finanzdienstleistungen

Der VOTUM Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungsunternehmen in Europa e.V. und die Free Insurance Data Initiative, kurz FRIDA, haben nun mit ihrer Kooperation auch die Realisierung eines digitalen Ökosystems für Finanzdienstleistungen gestartet. „Die Entwicklungen im Bereich von Open Insurance in den kommenden Jahren werden ohne Zweifel zukunftsweisend für unsere Branche sein. Die bei VOTUM organisierten Vertriebe und Plattformen, aber auch Versicherungsunternehmen und Kapitalanlagegesellschaften widmen sich dem Thema aktiv und angstfrei. Wir wollen als Treiber vorangehen und nicht als Beobachter abwarten, bis andere Marktteilnehmer die Erträge ernten. Denn eines ist klar: Digitale Ökosysteme werden über kurz oder lang auch vor der Versicherungswirtschaft nicht Halt machen. Es liegt an uns, diese Zukunft im Sinne unserer Mitglieder mitzugestalten“, so VOTUM-Vorstand Martin Klein.

Digitales Ökosystem als Ergänzung zu bestehenden Datenaustauschformaten

Das Ziel des FRIDA e.V. ist es, standardisierte Schnittstellen zu erarbeiten und diese nicht nur Versichernden, sondern auch Drittanbietern und Kunden direkt anzubieten – ähnlich wie dies im Open Banking bzw. im Kontext von PSD2 bereits möglich ist. Dabei sieht die Initiative FRIDA die Entstehung eines digitalen Ökosystems als Ergänzung zu bestehenden Datenaustauschformaten wie BiPRO und GDV. „Bei FRIDA gehen wir Use-Case orientiert vor. Ein greifbares Beispiel ist die Transparenz in der Altersvorsorge. Stellen Sie sich vor, Ihre Kundinnen und Kunden hätten die aktuell zu erwartende Altersvorsorge stets im Blick. Rentenlücken werden präsent und können durch die individuelle Beratung mit Hilfe von Vertrieben geschlossen werden. Dafür braucht es auch den Zugriff auf Daten – Von der gesetzlichen Rente über Depots bis hin zu Immobilienwerten. Genau hier setzen wir mit FRIDA an und standardisieren Schnittstellen analog zu Open Banking/PSD2 für die Versicherungswirtschaft“, so FRIDA-Co-Initiator Julius Kretz. (as)

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