Die Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation Kirchhoff Consult AG hat eine neue Ausgabe des „Kirchhoff Stimmungsindikator Immobilienaktien“ vorgelegt. Im Rahmen der Studie wurden Immobilienexperten zu den Entwicklungsperspektiven von Immobilienaktien in Deutschland befragt sowie den Chancen und Herausforderungen im aktuellen Marktumfeld.
Verhaltene Grundstimmung
Insgesamt seien die Erwartungen der Analysten an deutsche Immobilienaktien eher verhalten, wie es in der Untersuchung heißt. Dabei sei die Marktkapitalisierung der zehn größten deutschen Immobilienaktiengesellschaften in den vergangenen zwölf Monaten um rund 55% gesunken. Zudem würden die Aktienkurse aktuell im Mittel mehr als 60% unter dem Net Asset Value (NAV) der Gesellschaften – ein etwa doppelt so hoher Abschlag zum Substanzwert wie bei der Studie des Vorjahres.
Die dennoch eher verhaltenen Aussichten der Analysten sind vor allem dem herausfordernden Marktumfeld mit steigenden Zinsen sowie hohen Preisen für Energie und Rohstoffe geschuldet.
Die Grundstimmung ist auf einen Wert von 4,5 Punkte auf einer Skala von –100 bis +100 gefallen. Laut Kirchhoff ist der positive Trend der vergangenen Befragungen vorerst unterbrochen. 2021 bewegte sich die Grundstimmung bei einem Wert von 46,9 Punkten.
„Die meisten Immobilienaktien haben in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren. Dass dennoch die Erwartung an die weitere Kursentwicklung nur verhalten ist, zeigt, dass die Krise noch nicht überstanden ist“; erklärt Klaus Rainer Kirchhoff, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Kirchhoff Consult AG.
„Die Dynamik der Immobilienbranche hat sich in den letzten Monaten deutlich verschärft und stellt die Marktteilnehmer vor große Herausforderungen. Gleichwohl eröffnen die Veränderungen auch neue Investmentopportunitäten. Um diese Chancen zu erkennen und zu ergreifen, kommt es mehr denn je auf die Stock Selection an“, erklärt Stefan Scharff, Gründer und Geschäftsführer von SRC-Research.
Schlechtere Perspektiven für Asset-Klasse Gewerbe als für Wohnen
Wie die Studie weiter zeigt, fallen die Erwartungshaltungen was die beiden Asset-Klassen Wohnen und Gewerbe angeht unterschiedlich aus. Während Gewerbeimmobilienaktien einen Wert von –9,1 Punkte erzielen, zeigt sich bei Wohnimmobilien-Aktien ein Wert von –2,3 Punkten.
EU-Taxonomie als größte Herausforderung
Zum ersten Mal wurden Analysten um ihre Einschätzungen zur Bedeutung von ESG für den langfristigen Erfolg von Immobiliengesellschaften und den größten Herausforderungen für die Immobilienwirtschaft gebeten. 60% der befragten Analysten stufen die Bedeutung von ESG-Faktoren mittelfristig als eher wichtig und langfristig als wichtig ein. Und 93% sehen in der EU-Taxonomie die größte Herausforderung für die Immobilienwirtschaft.
Die vollständige Studie mit allen Ergebnissen ist auf www.kirchhoff.de> zu finden. (tk)
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Source: ImmoCompact
